Arbeiten in der Höhe setzen die Beschäftigten einem hohen Absturzrisiko aus. Aus diesem Grund müssen Planung und Installation von Anschlageinrichtungen unter Einhaltung der einschlägigen technischen Normen erfolgen, wobei Lösungen zu wählen sind, die dem Einsatzkontext und der Nutzungshäufigkeit angemessen sind.

Im europäischen und italienischen Normenrahmen werden Anschlageinrichtungen hauptsächlich durch drei Referenzen geregelt:

  • UNI EN 795:2012
  • CEN/TS 16415:2013
  • UNI 11578:2015

Ein korrektes Verständnis des Anwendungsbereichs und der Unterschiede zwischen diesen Normen ist entscheidend, um Sicherheit, Konformität und Dauerhaftigkeit des Absturzsicherungssystems zu gewährleisten.

Was sind Anschlageinrichtungen

Anschlageinrichtungen sind Bauteile oder Systeme, die dazu bestimmt sind, persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz (Auffanggurte, Verbindungsmittel, Höhensicherungsgeräte) mit einer Tragstruktur zu verbinden, um einen Absturz zu verhindern oder aufzufangen.

Eine Anschlageinrichtung umfasst:

  • die Tragstruktur
  • das Befestigungselement
  • den Anschlagpunkt oder das Anschlagsystem zur Verbindung mit der PSA

Die Anschlageinrichtungen müssen mit persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz gemäß UNI EN 363 kompatibel sein.

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EN 795:2012 – Entfernbare Anschlageinrichtungen

Die Norm UNI EN 795:2012 legt die Leistungsanforderungen und Prüfverfahren für Anschlageinrichtungen zur Benutzung durch eine einzelne Person fest und stellt in ihrem Anwendungsbereich ausdrücklich klar, dass diese Einrichtungen:

  • dazu bestimmt sind, von der Struktur entfernt zu werden

Es handelt sich daher um temporäre oder tragbare Anschlageinrichtungen, die hauptsächlich auf Baustellen oder für nicht wiederkehrende Arbeiten eingesetzt werden.

Die Norm definiert außerdem:

  • die Anforderungen an die Kennzeichnung
  • die Gebrauchsanweisung
  • eine Anleitung zur Installation

Typen von Anschlageinrichtungen nach EN 795

Unter die UNI EN 795:2012 fallen:

  • Anschlageinrichtungen Typ B (temporäre, ortsveränderliche Einzelanschlagpunkte)
  • Anschlageinrichtungen Typ E (ballastierte Anschlageinrichtungen)

CEN/TS 16415:2013 – Mehrbenutzerbetrieb von Anschlageinrichtungen

Die CEN/TS 16415:2013 ist eine europäische Technische Spezifikation, die die EN 795 ergänzt, indem sie zusätzliche Kriterien für Anschlageinrichtungen einführt, die für die gleichzeitige Nutzung durch zwei oder mehr Personen vorgesehen sind.

Diese Spezifikation:

  • definiert strengere Prüfverfahren
  • führt zusätzliche Anforderungen an dynamische Belastungen ein
  • ist besonders relevant für Seilsicherungssysteme (Lebenslinien) und Mehrbenutzersysteme

UNI 11578:2015 – Permanente Anschlageinrichtungen

Die Norm UNI 11578:2015 regelt Anschlageinrichtungen, die zur dauerhaften Installation auf Gebäuden und Bauwerken bestimmt sind.

Sie gilt für Systeme, die dafür ausgelegt sind:

  • dauerhaft installiert zu bleiben
  • wiederholt über einen längeren Zeitraum genutzt zu werden
  • die Sicherheit bei ordentlichen und außerordentlichen Wartungsarbeiten zu gewährleisten

Die Norm legt spezifische Kriterien fest für:

  • die Systemplanung
  • die Installation
  • die technische Dokumentation
  • die regelmäßige Inspektion und Wartung
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Klassifizierung der Anschlageinrichtungen

Anschlageinrichtungen Typ A – Permanente Einzelanschlagpunkte

(UNI 11578 – UNI EN 795 für leistungsbezogene Aspekte)

Es handelt sich um feste Einzelanschlagpunkte, die dauerhaft an der Struktur installiert sind.

Sie werden verwendet als:

  • Zugangspunkte
  • Ruhe- bzw. Positionierungspunkte
  • Ergänzung zu Seilsicherungssystemen (Lebenslinien)

Bei dauerhafter Installation fallen sie vollständig unter die Norm UNI 11578.


Anschlageinrichtungen Typ B – Temporäre Einzelanschlagpunkte

(UNI EN 795)

Es handelt sich um mobile oder entfernbare Anschlageinrichtungen, die für einen zeitlich begrenzten Einsatz bestimmt sind.

Hauptmerkmale:

  • nicht permanente Installation
  • Demontage nach Abschluss der Arbeiten

Anschlageinrichtungen Typ C – Flexible Anschlageinrichtungen (Seilsicherungssysteme)

(UNI 11578 – UNI EN 795 – CEN/TS 16415)

Flexible Lebenslinien sind permanente Systeme, die aus Stahlseilen bestehen und an mehreren strukturellen Punkten befestigt sind.

Sie ermöglichen dem Benutzer eine kontinuierliche und sichere Fortbewegung.


Anschlageinrichtungen Typ D – Starre Anschlageinrichtungen

(UNI 11578 – UNI EN 795 – CEN/TS 16415)

Es handelt sich um starre Systeme, in der Regel Schienensysteme, die folgende Vorteile bieten:

  • geringe Durchbiegung
  • bessere Kontrolle des Auffangraums
  • hohe Präzision des Bewegungswegs

Weit verbreitet im industriellen Bereich und bei der Wartung komplexer Anlagen.


Anschlageinrichtungen Typ E – Ballastierte Anschlageinrichtungen

(UNI EN 795)

Es handelt sich um nicht strukturell befestigte Systeme, die durch Ballastgewichte stabilisiert werden.

Sie werden hauptsächlich eingesetzt auf:

  • Flachdächern
  • nicht durchdringbaren Oberflächen
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Anchoring Points: UNI EN 516 and UNI EN 517

Alongside anchorage devices designed to connect personal fall protection equipment, two further standards regulate fixed installations used for safe access to roofs and pitched surfaces.

UNI EN 516 covers permanent access installations — walkways, working platforms and fixed footstep ladders — installed on roofs. It defines two classes:

  • Class 1: installations not suitable for use as PPE anchorage points.
  • Class 2: installations that are also suitable for use as PPE anchorage points, provided they meet the relevant requirements.

UNI EN 517 applies to safety hooks for pitched roofs, permanently fixed and fitted with a closed ring so they can double as PPE anchorage points where required. Two types are defined:

  • Type A: withstands tensile forces applied along the roof slope.
  • Type B: withstands tensile forces applied both along the slope and perpendicular or parallel to the roof surface.

Unlike the anchorage devices described above, UNI EN 516 and UNI EN 517 installations are not, by themselves, PPE anchorage points: they qualify as such only when explicitly classified for that use (UNI EN 516, Class 2) or fitted with the required ring (UNI EN 517).

 

Scaffolding Anchors

Scaffolding anchors are a distinct category, regulated by the schemes and drawings included in the ministerial authorisation for the construction and use of fixed scaffolding (Ministry of Labour circulars no. 85/78, 44/90 and 132/91). They secure the scaffold structure to the building, not the operator, and therefore fall outside the scope of the anchorage devices described above.

Three types are identified:

  • Normal anchors: a ring, a tie with a hook or square element, or a mechanical/chemical anchor.
  • Special anchors: connect the scaffold’s internal and external uprights.
  • V-shaped special anchors: connect the scaffold’s internal uprights.

 

Metal and Chemical Anchors for Concrete (ETAG 001)

A separate set of guidelines, ETAG 001, applies to the individual metal anchors used to fix a device to a concrete base — not to the anchorage device as a whole. These anchors are classified in two ways:

By type:

  • Torque-controlled expansion anchors (ETAG 001-2)
  • Undercut anchors (ETAG 001-3)
  • Displacement-controlled expansion anchors (ETAG 001-4)
  • Chemical anchors (TR 029)
  • Light anchors for non-structural use (ETAG 001-6)

By working principle:

  • Form-fit anchors
  • Friction anchors
  • Adhesive anchors

Choosing the correct anchor type for the base material and expected load is a precondition for the anchorage device itself to perform as certified: a compliant device installed with the wrong anchor does not guarantee the declared holding capacity.

Non-Classified Anchor Types

Products that do not fall under any of the standards above — UNI EN 795, CEN/TS 16415, UNI 11578, UNI EN 516/517, the scaffolding circulars or ETAG 001 — remain subject to the general product-safety obligations of Legislative Decree no. 206 of 6 September 2005 (source: INAIL). This residual category covers anchor solutions that fall outside the scope of a dedicated technical standard, and it should not be read as a lower-safety alternative to the classified types above.

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